LAUSANNE/FRAUENFELD. Die Thurgauer Initiative «Gegen frauenfeindliche, rassistische und mörderische Lehrbücher» ist definitiv ungültig. Laut Bundesgericht zielt das Volksbegehren nach dem Willen seiner Urheber einseitig auf den Islam ab und verletzt damit das Diskriminierungsverbot.

Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch die Volksinitiative "Gegen frauenfeindliche, rassistische und mörderische Lehrbücher", die sogenannte Anti-Koran-Initiative, mit grosser Mehrheit für ungültig erklärt. Das ist eine Premiere im Ostschweizer Kanton.

FRAUENFELD. Die thurgauische Volksinitiative «Gegen frauenfeindliche, rassistische und mörderische Lehrbücher» ist offiziell zustande gekommen. Sie weist nach der Kontrolle 4466 gültige Unterschriften auf. Die Initiative verlangt eine Ergänzung des Volksschulgesetzes, wonach Lehrbücher «weder frauenfeindlich, rassistisch noch mörderisch» sein dürfen. Die Initiative richtet sich ausdrücklich gegen den Koran. Sie will verhindern, dass er im Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verwendet wird, wie dies im Islamunterricht für moslemische Kinder in Kreuzlingen der Fall ist. (id)

 

Quelle: TZ, 3. April 2012

 

KREUZLINGEN. Seit zwei Jahren können Kinder in Kreuzlingen den Islamunterricht besuchen. Eine externe Stelle hat alle Beteiligten befragt und stellt dem Pilotprojekt ein gutes Zeugnis aus. Der Unterricht sei transparent und soll weitergeführt werden.

SEVERIN SCHWENDNER

Die Thurgauer Politik muss sich mit dem Islamunterricht an Schulen befassen: Die Initiative «Gegen frauenfeindliche, rassistische und mörderische Lehrbücher» hat genug Unterschriften.

CHRISTOF WIDMER